Der Hundomat

by in Uncategorized 15/10/2020

Achtung – Sarkasmus 🙂

Mensch, was hast Du aus dem Hund gemacht? War er noch vor gar nicht allzu langer Zeit Begleiter, Jagdhelfer, Beschützer von Mensch, Haus und Hof ist er heute nur noch Hundomat.

Was ein Hundomat ist? Ganz einfach – wie in einen Automaten packt man vorne Leckerlis rein und es kommt irgendwann ein befolgter Befehl raus.

Manche denken gar, Leckerlis füttern sei eine Art von „Erziehungspille“ für den Hund. Wenn man oft genug den Hundomaten bedient, dann funktioniert er auch irgendwann?

Da gibt es Leute, die laut Anweisung ihres Trainers den Hund gar nicht füttern, nur aus der Hand, um die Bindung zu stärken. Klar baut der Hund irgendwann eine Bindung zum Futter auf – sicher nicht zum Halter. Wer Hunger hat, der funktioniert auch?

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Seit Jahrzehnten ist es bekannt, ja es wurden sogar Studien veröffentlicht und Bücher darüber geschrieben, dass der Hund mental (also „denktechnisch“) und psychisch (also „seelisch“) einem Kind von ca. 2-3 Jahren gleicht.

Wie also erzieht Ihr Eure Kinder? Essen gibt’s nur, wenn sie parieren, stundenlang stillsitzen, jeden Befehl von Euch ausführen?

Damit nicht genug, geht das Gerücht, dass ein Hund nur „aufmerksam“ ist, wenn er Dich anschaut. Auch dafür gibt’s Leckerli – damit der Hund sich kontinuierlich den Hals verrenkt, um Dich anzuschauen. Das ist auch noch gesundheitsschädigend. Geh Du mal nur 10 Minuten neben einem wesentlich größeren Menschen her und schau den dabei ununterbrochen an – ein verrenkter Hals wird die Folge sein. Dabei ist der Mensch derjenige, der seinem Hund KEINE Aufmerksamkeit schenkt – der Hund hat immer einen Teil seiner Aufmerksamkeit bei Dir.

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Warum werden aus den hochintelligenten, extrem gefühlvollen und emotionalen Tieren, wie Hunden, dann Maschinen gemacht?

Warum müssen Hunde von Stunde 0 an nur noch „funktionieren“ und wehe, sie tun es nicht.

Wenn Du jetzt sagst, dass Du ja andere Methoden befolgst, zum Beispiel Clickern – ist das auch nichts anderes, nur dass der Hund auch noch selbst ausprobieren muss, was Du willst, sonst gibt’s keinen Klick und kein Futter.

Ist das fair? Hat man Dir mal gesagt, dass Du nur eine gute Note in der Schule bekommst, wenn Du eine bestimmte Rechenaufgabe löst – aber niemand Dir sagt, was für eine Aufgabe das ist? Wie tastest Du Dich da ran?

Dann gibt es Menschen, die mit ihrem Hund gar nicht sprechen – die kommunizieren alles, was der Hund tun soll, über Körpersprache. Schön, oder nein, eben nicht schön – denn es gibt nur sehr wenige Menschen, die überhaupt wissen, was ihr eigener Körper wirklich tut. Also nicht „Körpersprache“ sondern „Zeichensprache“. Trotzdem gibt es für jedes befolgte Kommando ein Leckerli.

Hunde, die Probleme haben, angeleint an fremden Hunden vorbeizugehen, werden mit Futter vom anderen Hund abgelenkt, solange es eben geht. Lernt der Hund so, fremde Hunde zu ignorieren und ruhig an denen vorbei zu gehen? Nein, er lernt lediglich, sich auf das Futter zu fixieren.

Die Bindung – seit einiger Zeit ein Thema in der Hundeszene – auch die wird durch Leckerli aufgebaut, oder man macht „Bindungsspiele“ wie Apportieren, Suchen, Ballspielen. Dass diese „Spiele“ für den Hund keine solchen sind, sondern reine Dressur darstellen… und jedes für den Menschen als Erfolg gebuchte Verhalten belohnt wird… womit? Na mit Leckerlis natürlich. Also mit Bindung hat das nichts zu tun.

Kindern geht es da wesentlich besser, oder nicht? Nein, auch die werden für jede „Leistung“ bezahlt, entweder mit Geld oder mit „Spielzeug“ wie Handys, Tabletts usw. Damit werden schon kleinste Kinder zu reinen Materialisten erzogen – Hauptsache, die Eltern haben keine Arbeit damit und die Kids „funktionieren“.

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Wenn dann alle Trainer, alle Methoden (also entweder Leckerli oder Gewalt) versagt haben, landet der Hund im Tierheim, in einer Übergangsstelle – auf jeden Fall bei einem anderen Menschen, der wieder genau das Gleiche mit ihm anstellt, um dem Hund zu helfen, damit er schnell wieder einen neuen „Besitzer“ findet.

Im Tierheim wird er dann evtl. sogar noch resozialisiert. Der Hund, schwer traumatisiert, wird nicht etwa therapiert und geheilt – nein – er wird weiter trainiert… mit Leckerli oder Gewalt, denn Erziehung ist in der Hundeszene gleichgesetzt mit Training.

Und dieser Fehlglaube hält sich hartnäckig, ist es doch einfach und wird von der Politik noch unterstützt (Hundeführerschein).

Ich warte auf den Tag, an dem ein „Kinderführerschein“ eingeführt wird, Kinder nur noch Essen bekommen, wenn sie parieren und die, wenn das nicht klappt, ins Heim kommen. Wir sind auf jeden Fall auf dem besten Wege dorthin.

Dann trainiere mal weiter mit dem Hundomaten…..

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